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Hinsehen · Teil III von VI

WIR.

Was wären wir gemeinsam?

Vom stillen Wettbewerb zum ausgesprochenen Satz.

Die weichen Schatten zweier Menschen auf einer warmen Wand.

Bis hierher ging es um dich. Jetzt kommen die anderen dazu, und zwar erst einmal alle: Kollegen, Nachbarn, Bekannte, Fremde. Die Menschen, mit denen wir leben, ohne sie uns ausgesucht zu haben.

Dieser Teil beginnt bei einem Wettbewerb, den niemand ausgerufen hat und an dem trotzdem alle teilnehmen. Er geht über Neid, der mehr über uns verrät als über den anderen, über Kritik, die uns klug wirken lässt, über die schönen Sätze, die wir denken und nie sagen, und über die Verpflichtungen, die nie jemand ausgesprochen hat.

Am Ende steht die Frage, was Gemeinschaft eigentlich kostet, wenn sie kein Gefühl ist, sondern eine Entscheidung.

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Der Weg durch diesen Teil

  1. Der stille Wettbewerb

    Wir ordnen andere Menschen ständig ein, in Sekunden und ohne Absicht. Was macht das mit uns, wenn wir es nie bemerken?

    Konkurrenz · Status · Vergleich

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  2. Was Neid dir verrät

    Neid ist unangenehm und deshalb nützlich. Er zeigt ziemlich genau auf das, was wir selbst wollen und uns nicht zugestehen.

    Neid · Missgunst

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  3. Wozu Wut gut ist

    Wut gilt als Fehler, den man beherrschen soll. Dabei zeigt sie ziemlich genau, wo eine Grenze überschritten wurde, die du selbst nie benannt hast.

    Wut · Grenzen · Konflikt

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  4. Warum Kritik leichter fällt

    Kritik lässt uns klug aussehen. Wertschätzung macht uns angreifbar. Deshalb ist das eine so viel häufiger als das andere.

    Kritik · Anerkennung

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  5. Der billigste Moment

    Ein Fehler wird nicht teuer, wenn er passiert, sondern wenn man anfängt, ihn zu halten. Über den Reflex vor der Einsicht, über den Preis jedes weiteren Satzes und darüber, wo Vorsicht berechtigt ist.

    Fehler · Eingeständnis · Streit

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  6. Die Sätze, die nie ankommen

    Wir denken erstaunlich viele schöne Dinge über Menschen, die diese Menschen niemals erfahren. Was hält uns davon ab?

    Wertschätzung · Lob

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  7. Helfen und Hilfe annehmen

    Helfen fühlt sich gut an. Hilfe annehmen fühlt sich nach Schwäche an. Über die Schieflage, die daraus entsteht.

    Hilfsbereitschaft · Stolz

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  8. Das Nein, das du nicht sagst

    Ein Ja, das keins ist, kostet mehr als ein Nein. Über die Rechnung, die man dafür später aufmacht, und über die Menschen, bei denen man sie abliefert.

    Grenzen · Gefälligkeit · Groll

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  9. Das Schweigen, das etwas will

    Ein Vorwurf lässt sich zitieren, Schweigen nicht. Über die Unbelangbarkeit, über die Anklage, die der andere selbst schreibt, und über die Stille, die nichts will.

    Schweigen · Streit · Macht

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  10. Was man will, ohne zu fragen

    Manipulation fängt dort an, wo jemand etwas möchte und die Frage vermeidet, weil eine Frage ein Nein erlaubt. Die kleinen Formen kennen wir alle von uns selbst.

    Manipulation · Grenzen · Ehrlichkeit

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  11. Rücksicht kostet etwas

    Die unspektakulärste Form von Respekt. Sie fällt niemandem auf, wenn sie da ist, und allen, wenn sie fehlt.

    Rücksichtnahme · Alltag

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  12. Was du nicht mehr gutmachen kannst

    Manchmal kommt eine Entschuldigung zu spät, und manchmal reicht sie nicht. Über einen Schaden, den nicht die anderen angerichtet haben, sondern du.

    Schuld · Verantwortung · Entschuldigung

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  13. Was Verzeihen nicht ist

    Verlangt wird es meistens von Dritten, die es wieder ruhig haben wollen. Über die Forderung, die man fallen lässt, über das, worauf die meisten vergeblich warten, und über den Unterschied zwischen Verzeihen und Wiederannähern.

    Verzeihen · Groll · Grenzen

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  14. Was du ihm noch zutraust

    Vertrauen ist kein Gefühl, sondern eine Ersparnis: Man prüft nicht. Warum es an Kleinigkeiten zerbricht und warum es sich nicht zurückgewinnen, sondern nur abwarten lässt.

    Vertrauen · Lüge · Nähe

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  15. Wem du etwas schuldest

    Die meisten Verpflichtungen wurden nie ausgesprochen und nie zugesagt. Über das Wort muss, über Gaben, die niemand in Rechnung stellt, und über das, was für die Pflicht spricht.

    Pflicht · Schuldgefühl · Familie

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  16. Das Wort, das alles erklärt

    Manche Begriffe fühlen sich an wie eine Erklärung und beenden in Wahrheit das Nachdenken. Über die Wörter, mit denen wir Menschen abschließen.

    Urteil · Sprache · Konflikt

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  17. Was wir gemeinsam könnten

    Zusammenhalt fällt uns in der Krise leicht und im Alltag schwer. Über Gemeinschaft als Entscheidung statt als Gefühl.

    Gemeinschaft · Zusammenhalt

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Zwischen all den anderen gibt es ein paar wenige, denen wir so nah kommen, dass die Regeln sich ändern.

Teil IV: LIEBE.