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Hinsehen · Teil I von VI

ICH.

Wer bin ich eigentlich?

Vom geliehenen Ich zum eigenen Maß.

Ein leerer Holzsteg führt in einen stillen Bergsee.

Die meisten von uns können in zwei Sätzen sagen, was sie beruflich machen, und brauchen zwanzig Minuten für die Frage, wer sie eigentlich sind. Das ist kein Zufall. Für das eine gibt es einen Lebenslauf, für das andere kein Formular.

Dieser Teil geht der Frage nach, wie unser Selbstbild entstanden ist. Er beginnt bei den Erwartungen, in die wir hineingewachsen sind, geht über Leistung, fremdes Urteil, Vergleich, Angst und das, was hinter uns liegt, und endet bei der Frage, welchen Maßstab wir eigentlich selbst gewählt hätten.

Er steht am Anfang, weil alles Weitere davon abhängt. Wer nicht weiß, wessen Maßstab er benutzt, kann auch nicht beurteilen, ob sein Leben ein gutes ist.

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Der Weg durch diesen Teil

  1. Das geliehene Ich

    Wie viel von dem, was du für dich hältst, hast du je selbst entschieden? Über Sätze, die wir übernommen haben, bevor wir sie prüfen konnten.

    Identität · Herkunft · Erwartungen

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  2. Wer nicht auffällt

    Von der ersten Klasse an zielen wir auf ein Mittelmaß, das niemand verordnet hat. Über Fähigkeiten, die nie freigelegt wurden, und über den Satz, das bringe dir nichts.

    Anpassung · Begabung · Mittelmaß

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  3. Was du freiwillig wiederholst

    Interesse nimmt nicht die Anstrengung weg, sondern die Verhandlung davor. Warum dabei Wissen nebenbei entsteht, warum Leidenschaft trotzdem nichts leicht macht und warum Interesse oft erst nach dem Können kommt.

    Lernen · Interesse · Können

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  4. Der Wert mit Bedingungen

    Wir sagen, ein Mensch hat Wert an sich. Und rechnen bei uns selbst trotzdem in Leistung. Was bleibt, wenn die Leistung ausfällt?

    Selbstwert · Leistung

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  5. Was ein ehrlicher Versuch kostet

    Gefürchtet wird nicht die Folge, sondern die Auskunft. Über den Vorrat, den ein Versuch verbraucht, über die halbe Anstrengung als Vorkehrung und darüber, wo die Angst recht behält.

    Versagen · Angst · Selbstwert

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  6. Das fremde Urteil

    Ein Satz von außen kann einen ganzen Tag drehen. Warum wiegt die Meinung anderer schwerer als das, was wir selbst über uns wissen?

    Anerkennung · Status

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  7. Innen und Außen

    Wir vergleichen unser Inneres mit dem Äußeren anderer. Das ist kein unfairer Vergleich. Es ist überhaupt keiner.

    Vergleich · Neid · Status

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  8. Die Versionen von dir

    Bei den Eltern ein anderer als im Büro, im Büro ein anderer als bei alten Freunden. Über die Müdigkeit vom Umschalten und die Sorge, irgendwann aufzufliegen.

    Rollen · Identität · Selbstbild

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  9. Was du niemandem erzählst

    Angst richtet sich auf das, was kommen könnte. Scham auf das, was du schon bist. Sie verhindert zuverlässig genau das Gespräch, das sie auflösen würde.

    Scham · Selbstwert · Verbergen

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  10. Der Wunsch zu verschwinden

    Schuld meint eine Tat und hat einen Ausgang. Scham meint die Person und hat keinen. Über ein Gefühl, das genau die Handlung verbietet, die es auflösen würde.

    Scham · Schuld · Blöße

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  11. Die Runde, die nichts findet

    Denken kommt irgendwo an, Kreisen kehrt zurück, und beides fühlt sich gleich an. Warum Erzählen abnutzt und Denken nicht, und welche Sortierung tatsächlich etwas ändert.

    Grübeln · Schlaf · Gedanken

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  12. Die Angst, die alles ordnet

    Wie viele deiner Entscheidungen sind eine Bewegung auf etwas zu? Und wie viele nur eine Bewegung von etwas weg?

    Angst · Sicherheit

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  13. Was du schon überstanden hast

    Mut lässt sich nicht allgemein trainieren. Aber der Preis eines bestimmten Moments sinkt, wenn du etwas Ähnliches hinter dir hast. Die meisten rechnen das nie mit.

    Mut · Angst · Übung

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  14. Der beste Grund, den es gibt

    Eine erfundene Ausrede lässt sich widerlegen, ein wahrer Grund nicht. Über das, was eine schwere Vergangenheit erklärt, über das, was sie verhindert, und über die Forderung, daran gewachsen zu sein.

    Vergangenheit · Verantwortung · Heilung

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  15. Wessen Ziele das sind

    Die meisten Lebensziele werden einmal gesetzt und nie wieder geprüft. Wann hast du deine zuletzt angesehen?

    Lebensziele · Erwartungen

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  16. Nicht bei null

    Die Richtung wird verlangt, wenn man am wenigsten weiß. Warum sich eine Kurskorrektur in der Lebensmitte wie Versagen anfühlt, obwohl sie keins ist, und was dabei tatsächlich mitgeht.

    Neuanfang · Beruf · Lebensmitte

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  17. Kein Platz für das, was du bist

    Nicht jedes Leben hat einen Ort, an dem das gebraucht wird, was ein Mensch tatsächlich kann. Über das Gefühl, nirgends Boden zu haben.

    Entfaltung · Zugehörigkeit · Ort

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  18. Entscheiden, ohne zu wissen

    Jede große Entscheidung trifft man mit zu wenig Information. Über die Angst vor dem falschen Weg und die Reue über den, den man nicht gegangen ist.

    Entscheidung · Reue · Lebensziele

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  19. Der Radius, der kleiner wird

    Das Risiko des Handelns hat ein Datum, das Risiko des Nichthandelns nicht. Über den Kreis, der sich jedes Jahr ein Stück enger zieht, und über die einzige Frage, die sich vorher klären lässt.

    Risiko · Mut · Möglichkeiten

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  20. Was aus einem Fehler wird

    Jeder macht Fehler stimmt und beendet meistens das Gespraech, statt es anzufangen. Über den Unterschied zwischen Ereignis und Gewohnheit, zwischen Entscheidung und Ergebnis, und darueber, woran Reife zu erkennen ist.

    Fehler · Verantwortung · Reife

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  21. Sich selbst verzeihen

    Zwischen sich herausreden und sich fertigmachen liegt ein schmaler Weg. Über das, was du getan hast und nicht mehr ändern kannst.

    Schuld · Vergebung · Selbstwert

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  22. Immer einverstanden

    Anpassung ist eine Faehigkeit, und deshalb laeuft sie irgendwann unbemerkt. Über den Zugriff auf die eigene Antwort, die Harmonie, die keine ist, und die Frage, wer den Frieden bezahlt.

    Anpassung · Konflikt · Selbstverlust

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  23. Das eigene Maß

    Wenn fremde Maßstäbe wegfallen, entsteht eine Lücke. Was könnte an ihre Stelle treten, ohne nur der nächste fremde Maßstab zu sein?

    Selbstwert · Identität

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Wer weiß, wessen Maßstab er benutzt, kann als Nächstes fragen, was er dafür bezahlt.

Teil II: ZEIT.